Wenn du für eine Gerüstbaufirma Google Ads schaltest, kennst du wahrscheinlich das Problem: Die Nachfrage ist nicht das ganze Jahr über gleich. Fassadengerüste werden vor allem in den wärmeren Monaten nachgefragt, während Anfragen zu Notdiensten nach Sturmschäden episodisch und unvorhersehbar auftreten.
Der naheliegende Reflex ist, die komplette Kampagne zu pausieren, sobald die Nachfrage sinkt — und sie später wieder zu aktivieren. Das Problem: Damit verlierst du die gesammelte Leistungshistorie, dein Qualitätsfaktor kann einbrechen, und der Algorithmus startet beim Wiederaktivieren praktisch bei null. In diesem Artikel zeige ich dir eine präzisere Methode — auf Ebene der Anzeigengruppen statt der gesamten Kampagne.
Schritt 1 — Verstehe, warum vermischte Anzeigengruppen deinen Qualitätsfaktor senken
Der häufigste Fehler in Gerüstbau-Konten: Eine einzige Anzeigengruppe enthält Keywords zu völlig unterschiedlichen Themen — zum Beispiel “Fassadengerüst mieten”, “Dachgerüst Anfrage” und “Gerüstbau Notdienst” gemeinsam in einer Gruppe.
Das Problem dabei: Für all diese Keywords wird dieselbe Anzeige ausgespielt. Google erkennt, dass die Anzeige nicht zu jeder einzelnen Suchanfrage präzise passt, und senkt dafür deinen Qualitätsfaktor. Ein niedriger Qualitätsfaktor bedeutet direkt höhere Klickkosten — du zahlst dann möglicherweise 5-7€ pro Klick, während ein sauber strukturiertes Konto für dieselben Suchanfragen nur 2-3€ zahlt.
Die Lösung: Keywords, die thematisch zusammengehören, kommen in eine eigene Anzeigengruppe — mit einer Anzeige, die exakt auf dieses eine Thema zugeschnitten ist. Ein Konto, das auf diese Weise umstrukturiert wird, kann seinen Qualitätsfaktor von 3-4 auf 7-8 steigern, mit entsprechend sinkenden Kosten pro Klick.
Schritt 2 — Strukturiere deine Anzeigengruppen nach Gerüstbau-Leistung, nicht nach Keyword-Liste
Für eine Gerüstbaufirma bietet sich eine Struktur an, die sich an den tatsächlichen Leistungen und Suchintentionen orientiert, statt einfach alle verfügbaren Keywords in wenige Gruppen zu packen. Eine sinnvolle Aufteilung könnte so aussehen:
Ein wichtiger Punkt bei “Gerüst mieten”: Diese Suchanfrage kommt häufig von Privatpersonen, die selbst ein kleines Baugerüst für ein Wochenendprojekt aufstellen wollen — nicht von deiner eigentlichen Zielgruppe, die einen kompletten Gerüstbau-Auftrag vergeben möchte. Wenn du diese Suchintention nicht von “Gerüstbau Auftrag” oder “Fassadengerüst Firma” trennst, zahlst du für Klicks, die nie zu einem Auftrag werden.
Schritt 3 — Wähle die richtige Keyword-Option und schließe Fehlklicks aus
Für Gerüstbau-Anzeigengruppen empfiehlt sich hauptsächlich die passende Wortgruppe oder exakt passende Keywords, statt weitgehend passend. Das hält deine Anzeigengruppen fokussiert und verhindert, dass völlig branchenfremde Suchanfragen zu Klicks führen.
Zusätzlich lohnt sich eine Liste auszuschließender Keywords, die branchentypische Fehlklicks verhindert:
Für jede Anzeigengruppe solltest du außerdem eine eigene, thematisch passende Landingpage verwenden, statt pauschal auf die Startseite zu verlinken. Das erhöht die Relevanz zusätzlich und wirkt sich direkt auf den Qualitätsfaktor aus.
Schritt 4 — Nutze die Struktur, um saisonal gezielt zu pausieren statt die ganze Kampagne zu stoppen
Genau hier zahlt sich die saubere Trennung aus. Statt die komplette Kampagne in der Nebensaison zu pausieren — was die Lernphase zurücksetzt und den Qualitätsfaktor gefährden kann — kannst du gezielt einzelne Anzeigengruppen pausieren, deren Saison gerade vorbei ist.
Ein Beispiel für den Jahresverlauf einer Gerüstbaufirma:
Der entscheidende Vorteil: Die Kampagne als Ganzes läuft durchgehend weiter. Nur einzelne, thematisch klar abgegrenzte Anzeigengruppen werden je nach Saison an- und abgeschaltet. Die Kampagnen-Historie, der allgemeine Qualitätsfaktor und die gesammelten Conversion-Daten bleiben dabei erhalten — im Gegensatz zum kompletten Pausieren, bei dem du bei jeder Reaktivierung wieder bei null anfängst.
Schritt 5 — Nutze den Suchbegriffsbericht, um zu entscheiden, was wirklich pausiert werden sollte
Bevor du eine Anzeigengruppe saisonal pausierst, lohnt sich ein Blick in den Suchbegriffsbericht. Dort siehst du für jedes Keyword, wie viele Klicks es generiert hat und ob daraus tatsächlich Anfragen entstanden sind.
Wenn ein Keyword über einen längeren Zeitraum (z. B. 30-40 Klicks) konstant null Conversions liefert, ist das ein klares Signal — unabhängig von der Saison. Solche Keywords kannst du dauerhaft pausieren, statt zu warten, “ob doch noch eine Anfrage kommt”. Das freigewordene Budget fließt dann automatisch in die Anzeigengruppen, die nachweislich funktionieren.
Diese Kombination — saisonale Steuerung auf Anzeigengruppen-Ebene plus laufende Bereinigung nicht-konvertierender Keywords — sorgt dafür, dass dein Budget über das ganze Jahr hinweg dort landet, wo gerade die höchste Erfolgswahrscheinlichkeit besteht.
Fazit
Eine saubere Anzeigengruppen-Struktur ist für Gerüstbaufirmen nicht nur ein Hebel für einen besseren Qualitätsfaktor und niedrigere Klickkosten — sie ist gleichzeitig die Grundlage, um saisonale Schwankungen präzise zu steuern, ohne die komplette Kampagne stillzulegen. Wer stattdessen alle Keywords in wenige, breite Anzeigengruppen packt, verliert nicht nur laufend Budget an irrelevante Klicks, sondern auch die Flexibilität, gezielt auf den Jahresverlauf zu reagieren.
Wenn du dir unsicher bist, wie du deine Anzeigengruppen für deine Gerüstbaufirma am sinnvollsten strukturierst, oder wie du saisonale Schwankungen in deinem Konto konkret abbilden kannst: Buche dir einen kostenlosen Analyse-Call →
Häufig gestellte Fragen
Meistens liegt es an einer schlechten Anzeigengruppenstruktur. Wenn zu viele unterschiedliche Keywords in einer einzigen Anzeigengruppe gemischt werden, kann Google keine passende Anzeige für jede einzelne Suchanfrage ausspielen. Das senkt deinen Qualitätsfaktor, und ein niedriger Qualitätsfaktor führt direkt zu höheren Kosten pro Klick.
Die Suchanfrage “Gerüst mieten” kommt häufig von Privatpersonen, die selbst ein kleines Gerüst für ein Wochenendprojekt aufstellen wollen — nicht von Unternehmen, die einen kompletten Gerüstbau-Auftrag vergeben möchten. Werden beide Suchintentionen in derselben Anzeigengruppe zusammengefasst, zahlst du für Klicks, die nie zu einem echten Auftrag führen.
Das ist meistens nicht die beste Lösung. Beim kompletten Pausieren einer Kampagne geht die gesammelte Leistungshistorie verloren, der Qualitätsfaktor kann einbrechen, und der Algorithmus startet bei der Reaktivierung wieder bei null. Besser ist es, nur einzelne, thematisch klar abgegrenzte Anzeigengruppen zu pausieren, deren Saison gerade vorbei ist, während der Rest der Kampagne weiterläuft.
Typische auszuschließende Keywords sind “mieten” (falls du auf Aufträge statt Kurzzeit-Vermietung zielst), “kostenlos” bzw. “gratis”, sowie Begriffe wie “selber bauen” oder “Anleitung”, die auf Do-it-yourself-Suchende hindeuten. Diese Suchenden werden in der Regel keinen Auftrag vergeben und verursachen nur unnötige Klickkosten.
Schau in den Suchbegriffsbericht deines Google Ads Kontos. Wenn ein Keyword über einen längeren Zeitraum (z. B. 30-40 Klicks) konstant null Conversions liefert, ist das ein klares Signal, es zu pausieren — unabhängig von der Saison. Das freigewordene Budget kannst du dann gezielt in Anzeigengruppen investieren, die nachweislich Anfragen liefern.