Die meisten Ratgeber zu Google Ads Standort-Targeting geben einen pauschalen Rat: Nutze “Präsenz oder Interesse” statt nur “Präsenz”, weil das mehr Reichweite und mehr Conversions bringt. Google selbst nennt dazu sogar Zahlen — für Branchen wie Reise, Immobilien und Bildung bringt dieser Wechsel im Schnitt mindestens 5% mehr Conversions.
Das Problem: Diese Empfehlung gilt für Branchen mit einer geplanten, überlegten Kaufentscheidung. Ein Zulassungsdienst hat ein komplett anderes Kundenverhalten — hier zählt akute, lokale Dringlichkeit. Wer sein Auto anmelden muss, braucht einen Anbieter, der tatsächlich in erreichbarer Nähe liegt, nicht irgendwo im Land. In diesem Artikel zeige ich dir, warum die Standard-Empfehlungen zum Standort-Targeting hier nicht einfach übernommen werden sollten.
Schritt 1 — Wähle “Präsenz” statt “Präsenz oder Interesse”
Bei der Standardeinstellung in Google Ads ist “Präsenz oder Interesse” voreingestellt. Das bedeutet: Deine Anzeige wird nicht nur Personen gezeigt, die sich tatsächlich in deinem Zielgebiet befinden, sondern auch Personen, die von woanders aus lediglich nach diesem Standort suchen oder sich dafür interessieren.
Bei Branchen wie Reisen ist das sinnvoll — jemand, der sich für einen Urlaubsort interessiert, ist trotzdem eine relevante Zielgruppe, auch wenn er gerade nicht dort ist. Bei einem Zulassungsdienst ist dieselbe Logik ein Problem: Ein Nutzer, der von einem anderen Bundesland aus zufällig nach deiner Stadt sucht, wird niemals persönlich bei dir vorbeikommen, um sein Auto anzumelden. Jeder Klick von dieser Zielgruppe ist verschwendetes Budget.
Die Lösung: Stelle die geografische Ausrichtung explizit auf “Präsenz” um, nicht auf die Standardeinstellung “Präsenz oder Interesse”. Damit erreichst du nur Nutzer, die sich tatsächlich physisch in deinem Zielgebiet befinden oder sich dort regelmäßig aufhalten.
Schritt 2 — Ziel nicht deinen Firmensitz, sondern die Behördennähe an
Der wichtigste und am wenigsten offensichtliche Punkt: Die übliche Logik beim Standort-Targeting lautet “Ziel-Standort = mein Firmensitz plus Umkreis”. Bei einem Zulassungsdienst bildet das die tatsächliche Suchintention nicht richtig ab.
Überlege, wie ein potenzieller Kunde tatsächlich sucht: Er will sein Auto anmelden und sucht nach einem Zulassungsdienst in der Nähe der zuständigen Zulassungsstelle — nicht zwingend in der Nähe seines eigenen Wohnorts oder in der Nähe deines Büros. Wenn dein Firmensitz einige Kilometer von der Zulassungsstelle entfernt liegt, aber dein Standort-Targeting sich ausschließlich um deinen Firmensitz dreht, verpasst du genau die Suchanfragen, die am kaufbereitesten sind.
Die praktische Umsetzung: Trag gezielt die Städte und Postleitzahlen ein, die im Einzugsgebiet der für dich relevanten Zulassungsstelle(n) liegen — unabhängig davon, wo dein eigentliches Büro sitzt. Das bildet die reale Customer Journey ab, statt nur eine administrative Annahme über deinen Kundenkreis zu treffen.
Schritt 3 — Nutze die Standortfunktion, nicht die Umkreisfunktion
Ein weiterer wichtiger Unterschied: Google Ads bietet zwei Wege, Standorte einzugrenzen — die Umkreisfunktion (ein Radius um einen Mittelpunkt) und die Standortfunktion (gezielte Auswahl von Städten oder Postleitzahlen).
Für Zulassungsdienste ist die Standortfunktion die bessere Wahl. Der Grund: Bei der Umkreisfunktion bekommst du im Nachhinein deutlich weniger differenzierte Daten darüber, welche einzelnen Orte tatsächlich zu Anfragen führen. Mit einzeln ausgewählten Städten/Postleitzahlen kannst du dagegen später gezielt nachjustieren — zum Beispiel einzelne Orte mit schwacher Performance entfernen, ohne den gesamten Radius neu zuschneiden zu müssen.
Schritt 4 — Schließe Postleitzahlen anderer Zuständigkeitsbereiche aus
Ein branchenspezifisches Detail, das in generischen Google-Ads-Ratgebern nie vorkommt: In vielen Regionen gibt es mehrere Zulassungsstellen mit unterschiedlichen, klar abgegrenzten Zuständigkeitsbereichen (häufig nach Landkreis organisiert).
Wenn deine Kampagne Postleitzahlen einschließt, die administrativ zu einer anderen Zulassungsstelle gehören, zahlst du für Klicks von Nutzern, die aus rechtlichen oder verwaltungstechnischen Gründen gar nicht bei dir zulassen können — selbst wenn sie geografisch relativ nah an dir liegen. Ein gezielter Ausschluss dieser Postleitzahlen verhindert, dass diese strukturell irrelevanten Klicks dein Budget verbrauchen.
Fazit
Standard-Empfehlungen zum Google Ads Standort-Targeting sind für viele Branchen sinnvoll — aber nicht universell. Bei KFZ-Zulassungsdiensten zählt akute, lokale Dringlichkeit anstelle einer überlegten Kaufentscheidung, und die relevante geografische Bezugsgröße ist nicht dein Firmensitz, sondern die Nähe zur zuständigen Behörde. Wer diese vier Punkte — Präsenz statt Präsenz-oder-Interesse, Ausrichtung nach Behördennähe, Standort- statt Umkreisfunktion, und Ausschluss fremder Zuständigkeitsbereiche — konsequent umsetzt, vermeidet einen erheblichen Teil des Streuverlusts, der bei generischer Standort-Einrichtung entsteht.
Wenn du dir unsicher bist, wie du dein Standort-Targeting für deinen Zulassungsdienst konkret einrichten solltest, oder welche Postleitzahlen für deine Zulassungsstelle relevant sind: Buche dir einen kostenlosen Analyse-Call →
Häufig gestellte Fragen
Diese Standardeinstellung zeigt deine Anzeige auch Nutzern, die sich nur online für deinen Standort interessieren, aber nicht tatsächlich dort sind. Bei Branchen mit geplanter Kaufentscheidung wie Reisen ist das sinnvoll. Bei einem Zulassungsdienst dagegen sucht der Kunde eine Lösung in unmittelbarer, physischer Nähe — jeder Klick von jemandem, der nicht wirklich vor Ort ist, verschwendet Budget.
Auf die Nähe zur zuständigen Zulassungsstelle. Kunden suchen typischerweise nach einem Zulassungsdienst in der Nähe der Behörde, bei der sie ihr Fahrzeug anmelden müssen — nicht zwingend in der Nähe deines Büros. Wenn dein Targeting sich nur um deinen Firmensitz dreht, verpasst du unter Umständen genau die kaufbereitesten Suchanfragen.
Die Umkreisfunktion definiert einen Radius um einen festen Mittelpunkt, liefert im Nachhinein aber weniger differenzierte Daten. Die Standortfunktion erlaubt die gezielte Auswahl einzelner Städte oder Postleitzahlen und lässt sich später präziser nachjustieren, zum Beispiel durch Entfernen einzelner schwach performender Orte.
In vielen Regionen haben Zulassungsstellen klar abgegrenzte, meist nach Landkreis organisierte Zuständigkeitsbereiche. Nutzer aus einem fremden Zuständigkeitsbereich können bei dir oft aus verwaltungstechnischen Gründen gar nicht zulassen, selbst wenn sie geografisch nah an dir liegen. Ein gezielter Ausschluss dieser Postleitzahlen verhindert, dass du für strukturell irrelevante Klicks zahlst.
Nein. Google selbst berichtet, dass der Wechsel zu “Präsenz oder Interesse” bei Branchen wie Reisen, Immobilien und Bildung im Schnitt mindestens 5% mehr Conversions bringt. Diese Branchen haben eine geplante, überlegte Kaufentscheidung, bei der auch Interessenten von außerhalb relevant sein können. Bei akuten, lokal gebundenen Dienstleistungen wie einem Zulassungsdienst gilt dagegen meist das Gegenteil.