Wenn du für deine Solarfirma Google Ads schaltest, konkurrierst du nicht nur um Klicks — du konkurrierst um Vertrauen. Photovoltaik ist eine Investition im fünfstelligen Bereich, und die meisten Anzeigen in diesem Bereich sehen quasi identisch aus: “Jetzt Solaranlage anfragen”, “Kostenloses Angebot”, “Förderung sichern”.
Das Problem: Wenn deine Anzeige genauso klingt wie die der Konkurrenz, hat der Nutzer keinen Grund, ausgerechnet auf deine zu klicken. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du Anzeigentexte schreibst, die sich von der Masse abheben — mit konkreten Beispielen für die Solarbranche.
Schritt 1 — Prüfe zuerst, was deine Konkurrenz überhaupt schreibt
Bevor du eine einzige Anzeige textest, solltest du wissen, wogegen du eigentlich antrittst. Dafür gibt es ein kostenloses, oft übersehenes Tool: das Google Ads Transparency Center.
Gib dort einfach die Domain eines Wettbewerbers ein, der in deiner Region ebenfalls Solaranlagen bewirbt. Du siehst dann sämtliche aktiven Anzeigen — inklusive Wortwahl, Angebote und welche Netzwerke bespielt werden.

Der Sinn dahinter ist nicht, die Formulierungen zu kopieren. Genau das Gegenteil: Wenn du siehst, dass drei Wettbewerber alle mit “Kostenlose Beratung” und “Förderung sichern” werben, weißt du sofort, welche Formulierungen du vermeiden solltest, um nicht in der Masse unterzugehen.
Schritt 2 — Sprich die richtige Stufe der Kaufbereitschaft an
Der häufigste Fehler bei Solar-Anzeigen: Ein einziger Anzeigentext wird für komplett unterschiedliche Suchintentionen verwendet. Aber jemand, der “überhöhte Stromrechnung was tun” sucht, ist an einem völlig anderen Punkt der Kaufentscheidung als jemand, der “Solaranlage Angebot vergleichen” eingibt.
Grob lassen sich Suchende in fünf Stufen einteilen — von “kennt das Problem noch nicht” bis “kennt bereits mehrere Anbieter und vergleicht”. Für Solarfirmen sind vor allem drei Stufen über Google Ads erreichbar:
Wenn du für alle drei Suchintentionen dieselbe generische Anzeige schaltest, sprichst du keine davon wirklich gut an.
Schritt 3 — Nenne den Vorteil, nicht das Detail dahinter
Ein Klassiker unter den Fehlern: Anzeigen listen technische Details auf, statt den eigentlichen Nutzen zu benennen. Ein Beispiel aus der Praxis:
Angenommen, dein Vorteil ist, dass du mit fünf Installationsteams arbeitest statt mit zwei — dadurch geht die Installation deutlich schneller. Eine Anzeige, die schreibt “5 Installationsteams im Einsatz”, wirkt auf den ersten Blick eher wie ein Nachteil (“das klingt teurer”) als wie ein Vorteil.
Der eigentliche Vorteil ist: schnellere Installation → frühere Stromersparnis. Das lässt sich direkt in der Anzeige ausdrücken, zum Beispiel:
Das kommuniziert denselben Fakt — nur aus der Perspektive des Nutzens für den Kunden, nicht aus der Perspektive deines internen Prozesses.
Schritt 4 — Grenze deine Zielgruppe bewusst ein
Es klingt zunächst kontraintuitiv, aber: Eine Anzeige, die nicht jeden anspricht, performt für deine eigentliche Zielgruppe oft besser. Wenn deine ideale Zielgruppe zum Beispiel Hausbesitzer mit Schrägdach sind, kannst du das direkt im Anzeigentitel benennen:
Nutzer, auf die diese Beschreibung nicht zutrifft (z. B. Mieter oder Flachdach-Besitzer), klicken seltener — was auf den ersten Blick die Klickrate senkt. Für deine tatsächliche Zielgruppe steigt die Klickrate aber, weil sie sich direkt angesprochen fühlt. Das Ergebnis: weniger, aber deutlich qualifiziertere Klicks.
Schritt 5 — Nutze das Pin-Feature gezielt für zeitkritische Angebote
Bei responsiven Suchanzeigen kannst du bis zu 15 Anzeigentitel hinterlegen, die Google automatisch kombiniert und testet. Für die meisten Fälle ist das sinnvoll — Google findet über Zeit die beste Kombination.
Es gibt aber eine Ausnahme: zeitlich limitierte Angebote oder Förderungen. Wenn du zum Beispiel gerade eine Aktion wie “Förderzuschuss noch bis Jahresende sichern” bewirbst, willst du nicht, dass diese Information nur zufällig mal ausgespielt wird. Dafür gibt es das Pin-Feature:

Ein sinnvoller Aufbau für eine zeitkritische Solar-Anzeige könnte so aussehen: Position 1 fest mit dem Förder-Hinweis, Position 2 frei rotierend mit deinem Alleinstellungsmerkmal, Position 3 fest mit einem klaren Call-to-Action.
Wichtig: Google selbst rät generell vom Anpinnen ab, weil es die Anzahl möglicher Kombinationen einschränkt, die getestet werden können. Für zeitlich limitierte oder rechtlich notwendige Inhalte (z. B. ein Pflichthinweis zur Förderung) ist es aber trotzdem die richtige Wahl — sonst läufst du Gefahr, dass die wichtigste Information in der ausgespielten Anzeige gar nicht auftaucht.
Schritt 6 — Lass dir mit ChatGPT gezielt Anzeigentitel vorschlagen
Wenn dir die Formulierungen ausgehen, kann ChatGPT eine gute Ausgangsbasis liefern — vorausgesetzt, der Prompt ist präzise genug. Ein schwacher Prompt wie “Schreib mir Google Ads Anzeigen für Solaranlagen” liefert generische Ergebnisse. Besser funktioniert ein Prompt mit klarer Struktur:
Wichtig dabei: Nimm die Ergebnisse nicht ungeprüft eins zu eins. In der Praxis sind erfahrungsgemäß einige der generierten Titel zu generisch oder wiederholen sich inhaltlich. Wähle die stärksten aus, kombiniere sie neu und wiederhole den Prozess bei Bedarf mit einem angepassten Prompt.
Schritt 7 — Wähle Anzeigenerweiterungen passend zu deinem Kundengewinnungsweg
Anzeigenerweiterungen (heute offiziell “Assets” genannt) vergrößern deine Anzeige und können die Klickrate spürbar steigern. Aber nicht jede Erweiterung passt zu jedem Geschäftsmodell — und einige davon können sogar unnötige Kosten verursachen, wenn sie nicht zum eigentlichen Ziel deiner Kampagne passen.
Für eine Solarfirma, die Anfragen über ein Kontaktformular oder Anrufe gewinnen möchte, sind typischerweise diese Erweiterungen sinnvoll:
Weniger sinnvoll sind dagegen z. B. Standort-Erweiterungen, wenn deine Beratung ohnehin komplett online oder telefonisch abläuft und Kunden dich nicht vor Ort besuchen.
Fazit
Gute Anzeigentexte für Solarfirmen entstehen nicht durch mehr Werbefloskeln, sondern durch mehr Präzision: die richtige Suchintention treffen, den echten Vorteil statt technischer Details kommunizieren, und die Zielgruppe bewusst eingrenzen statt möglichst breit zu streuen. Die einzelnen Techniken aus diesem Artikel — Wettbewerbsanalyse, Awareness-Stufen, Pin-Feature, ChatGPT-Prompts — lassen sich unabhängig voneinander einsetzen, entfalten aber zusammen den größten Effekt.
Wenn du dir unsicher bist, welche Formulierungen bei deiner Zielgruppe wirklich funktionieren, oder wie du deine Solar-Kampagne nach Suchintention strukturierst: Buche dir einen kostenlosen Analyse-Call →
Häufig gestellte Fragen
Nutze das kostenlose Google Ads Transparency Center. Dort gibst du einfach die Domain eines Wettbewerbers ein und siehst alle aktuell aktiven Anzeigen inklusive Wortwahl und Angebot. Das Ziel ist nicht, diese Formulierungen zu übernehmen, sondern genau die Floskeln zu identifizieren, die bereits mehrfach verwendet werden, damit du sie in deinen eigenen Anzeigen bewusst vermeiden kannst.
Weil praktisch jede Solarfirma diese Formulierung verwendet, bietet sie dem Nutzer keinen Grund, sich für dich statt für einen Wettbewerber zu entscheiden. Anzeigen heben sich vor allem durch konkrete, überprüfbare Aussagen ab, zum Beispiel eine bestimmte Installationsdauer oder ein spezifisches Alleinstellungsmerkmal, statt durch austauschbare Werbefloskeln.
Nein. Jemand, der nach “Stromkosten senken” sucht, befindet sich in einer anderen Phase der Kaufentscheidung als jemand, der bereits “Solaranlage Kosten” oder “Solarinstallateur Erfahrungen” eingibt. Eine einzige generische Anzeige für alle drei Suchintentionen spricht keine davon wirklich gezielt an. Passe stattdessen den Anzeigentext an die jeweilige Suchanfrage an.
Google empfiehlt das Anpinnen von Anzeigentiteln generell nur mit Bedacht, da es die Anzahl möglicher Kombinationen einschränkt, die automatisch getestet werden können. Sinnvoll ist es vor allem bei zeitlich limitierten Angeboten oder Förderhinweisen, bei denen du sicherstellen musst, dass diese Information garantiert in der ausgespielten Anzeige erscheint, statt nur zufällig ausgewählt zu werden.
Für die meisten Solarfirmen sind Anruf-Erweiterungen, Sitelinks und Zusatzinformationen am relevantesten. Anruf-Erweiterungen senken die Hürde für eine Kontaktaufnahme auf Mobilgeräten, Sitelinks sollten gezielt zu Kontakt-, Referenz- oder Förderseiten führen, und Zusatzinformationen eignen sich, um kurze Vertrauenssignale wie “Meisterbetrieb” oder “20 Jahre Erfahrung” unterzubringen.
